Ausgelaugt - innere Konflikte

Nach dem Album versprach ich mir selbst mit Rap eine Pause einzulegen. Zu viel ist dadurch schon in meinem Leben schief gelaufen. Obwohl ich in meinen Texten meine Probleme verarbeite provoziere und verletze ich andere Menschen. Ich habe genug davon anderen Menschen weh zu tun, obwohl ich es nicht will. Ich zweifelte an mir selber, was für ein Mensch aus mir geworden ist? Bin ich überhaupt ein guter Mensch? Ich weiß es nicht mehr, ein guter Mensch tut anderen nicht weh. Ein guter Mensch nimmt sich Zeit für die Menschen, die einem so viel geben. Am Meisten litt ich darunter, dass ich meiner Freundin ihre Träume und Wünsche nicht erfüllt habe. Ich dachte daran, dass ich anderen nicht gut tue. Was habe ich erreicht? Was ist meine Musik wert, wenn ich in meinem Herzen einsamer war als je zuvor?

 

Das Hobby Rap - Fluch & Segen zugleich

Im August 2011 baute ich mit B.C., einem sehr begabten Coder, meine Internetseite komplett neu auf. Ich wollte eine Veränderung auf meiner Homepage, es sollte endlich einen Schritt nach vorne gehen und dazu war ein professioneller Internetauftritt nötig. Wir saßen wochenlang an dieser Internetseite und wir sind stolz was daraus geworden ist. Vor allem war es eine Zusammenarbeit, die Spaß gemacht hat, ich habe die ganze Seite entworfen und er hat sie umgesetzt. In der heutigen Zeit kommt es auf ein gutes Miteinander an, denn zu Zweit macht alles doch gleich auch mehr Spaß.

 

Anfang 2012 packte mich die Energie wieder und ich entschloss mich dafür ein neues Album aufzunehmen. Es dauerte Monate und ich war engagierter denn je, ich hatte Ideen, Themen und Reime, die mir durch den Kopf schossen. Ich vernachlässigte alles und wollte unbedingt ein perfektes Album machen. Denkmal entstand. 26 neue Tracks. Ich drehte zwei Musikvideos mit HamburgzOptik zu den Songs "Zeit zu gehen" u. dem Titelsong "Denkmal". Es gab ein Fotoshooting zum Album mit Martin Wiatrek, das Cover zum Album bearbeitete ein guter Freund von mir. Das Cover wurde dann schließlich auch auf T-Shirts und Hoodies gedruckt. Ich hatte mich für den Augenblick damals selbst übertroffen und liebte das Album, auch wenn es viele Qualitätsunterschiede in den Songs gab, da ich in der Zeit umzog und für ein paar Monate keine Gesangskabine mehr hatte. Aber im Gesamtpaket ist es ein vollendetes Album mit vielen verschiedenen Songs. In jedem Song steckt meine Persönlichkeit, meine Erfahrung und viel Liebe bis ins Detail. Das Album überzeugt meiner Meinung nach mit tiefsinnigen, aber auch provozierenden und lustigen bis hin zu aggressiven Texten, die trotzdem die Fähigkeit haben Menschen damit zu berühren und zu erreichen. Meine persönlichen Lieblingssongs von Denkmal sind: Und wenn, Teufelskreis, Weltwunder, Party Queen, Pflaster des Glücks, Dreh die Zeit zurück,etc.. letztendlich gefallen mir natürlich alle, jedenfalls zu dem damaligen Zeitpunkt, sonst hätte ich sie nicht auf das Album gepackt.

 
 
 

Das Album erreichte bis Heute (14.01.2013) 4046 Downloads. Ob das viel oder wenig ist weiß ich ehrlich gesagt nicht. Jedenfalls muss ich es nicht schönreden und behaupten ich hätte 100.000 Downloads oder Sonstiges. Ich habe Menschen und andere "Rapper" kennengelernt, die wirklich gar nichts auf dem Kasten haben und trotzdem so viel von sich halten, dass sie denken durch Zahlenlügen würde ich jetzt sagen "wow". Ein Rapper, der mit mir auf die Schule geht erzählte mir, dass sein Server bei seinem letzten Release abgestürzt ist, weil es anscheinend so viele Menschen gab, die sein Album laden wollten. Es wären so um die 50.000 Downloads meinte er. Auf Youtube suchte ich dann nach ihm und ja 1.500 Klicks. Ich habe eine Allergie gegen Dummschwätzer. Ich stand einfach nur daneben und hab mit dem Kopf genickt und mir gedacht "Oh mein Gott, laber mich nicht voll du Spast".

 
 

Im November 2012 trat ich mit meinem Kollegen Benikaya in Oberhausen als Künstler auf. Dort lernten wir uns das erste Mal im realen Leben kennen. Die Chemie stimmte von Anfang an und mit ihm habe ich bis heute immer einen Riesenspaß. Allgemein wurden Beni und Artjom nicht nur Rapfreunde sondern auch Freunde im wahren Leben. Sie sind die Menschen mit denen ich mich austauschen kann und wir alle teilen den gleichen Traum und das gleiche Hobby und das ist wirklich eine tolle Sache. Wenn ich es mal irgendwann nach Oben schaffen sollte, würde ich sie mitziehen. Ich möchte Erfolg teilen und dass sich auch Menschen mit mir freuen ohne Missgunst und Neid.

 

Was ich durch meine Tracks versuche zu erreichen ist die Unsterblichkeit. Das ich etwas hinterlasse, wenn ich irgendwann sterbe. Das meine Stimme bis in die Ewigkeit auf Erden bleiben kann. Der Drang danach Rap zu machen ist fast wie eine Krankheit, und niemand wird diese Arbeit, die ich in meine Songs reinstecke, je nachvollziehen können, denn alle kennen nur das Endprodukt, aber der Weg zu jedem einzelnen Song ist bei mir ein Langer, weil ich wirklich darauf achte keine 0815 Produktion zu machen, sondern in jeden Song mein 100 Prozentiges Gefühl zu stecken.. Heute bin ich 22 Jahre und mache eine Ausbildung zum Mediengestalter... Die Musik hat viel Zeit in Anspruch genommen, doch ich bin dennoch stolz, dass ich Projekte, die ich anfange auch immer zu Ende bringe,.. dass ich es dennoch bis an die Grenzen durchgezogen habe. Es freut mich, wenn ihr euch für die Musik und mich begeistern könnt. Ich möchte trotzdem nicht, dass irgendjemand zu mir aufsieht, nur weil ich in euren Augen gute Musik mache, heißt das nicht, dass ich in meinem Leben alles im Griff habe. Auch ich habe meine Probleme, und davon gibt es mehr als genug. Genießt euer Leben mit den Menschen, die euch am Nächsten stehen, denn das ist am Ende alles was zählen wird.